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7 Zahlen, die Sie für Ihre Liquidität kennen sollten
Liquidität ist keine Zahl, die man erst prüft, wenn das Konto knapp wird. Ein kleiner, regelmäßig gepflegter Überblick reicht oft aus, um Engpässe Wochen vorher zu erkennen.
Ein voller Auftragskalender bedeutet nicht automatisch, dass jederzeit genug Geld auf dem Konto liegt. Rechnungen werden später bezahlt, Steuern verzögert abgebucht und größere Ausgaben treffen manchmal auf denselben Zeitraum. Genau deshalb lohnt sich ein kurzer Liquiditäts-Check.
Die sieben Zahlen im Überblick
- Aktueller Bankbestand
Starten Sie mit dem Betrag, der heute tatsächlich verfügbar ist. Kreditlinien sollten Sie getrennt ausweisen, damit Eigenmittel und geliehener Spielraum nicht vermischt werden.
- Erwartete Zahlungseingänge
Notieren Sie offene Kundenrechnungen mit realistischem Zahlungsdatum. Entscheidend ist nicht das Rechnungsdatum, sondern wann das Geld voraussichtlich eingeht.
- Überfällige Forderungen
Diese Summe verdient eine eigene Zeile. Sie zeigt, welches Geld zwar verdient, aber noch nicht verfügbar ist – und wo ein freundlicher Hinweis nötig wird.
- Fällige Verbindlichkeiten
Erfassen Sie Lieferanten, Miete, Leasing, Versicherungen und alle bekannten Einmalzahlungen nach Fälligkeit.
- Steuern und Abgaben
Auch wenn sie noch nicht abgebucht wurden, sind Umsatzsteuer, Lohnabgaben und andere Verpflichtungen wirtschaftlich bereits gebundenes Geld.
- Monatliche Fixkosten
Diese Zahl zeigt, welchen Mindestbetrag Ihr Unternehmen jeden Monat erwirtschaften muss, bevor variable Kosten und Gewinn beginnen.
- Freier Liquiditätspuffer
Ziehen Sie alle kurzfristigen Verpflichtungen vom verfügbaren Bestand und sicheren Eingängen ab. Der Rest ist Ihr tatsächlicher Puffer.
Aus Zahlen wird eine Entscheidungshilfe
Tragen Sie die Werte in Wochen-Spalten ein. So sehen Sie, ob ein Engpass nur an einem ungünstigen Zahlungszeitpunkt liegt oder ob ein strukturelles Problem entsteht. Bei einer Lücke können Sie früh handeln: Rechnungen schneller stellen, offene Posten nachfassen, Ausgaben verschieben oder mit Lieferanten sprechen.
Planen Sie lieber vorsichtig. Ein unsicherer Zahlungseingang gehört nicht zum sicheren Bestand. Eine bekannte Ausgabe gehört dagegen auch dann in die Vorschau, wenn die Rechnung noch nicht vorliegt.
Reservieren Sie jeden Montag 15 Minuten. Aktualisieren Sie nur Veränderungen und markieren Sie unsichere Eingänge farblich. Der regelmäßige Rhythmus ist wertvoller als eine perfekte Tabelle, die nach drei Wochen nicht mehr gepflegt wird.
Woran Sie Handlungsbedarf erkennen
Wenn der Puffer über mehrere Wochen sinkt, Forderungen länger offenbleiben oder Steuerzahlungen regelmäßig überraschen, reicht reines Beobachten nicht mehr. Dann sollten Zahlungsziele, Rechnungsprozess und Kostenstruktur gemeinsam betrachtet werden. Eine gute Liquiditätsplanung macht Probleme nicht größer – sie macht sie früher sichtbar.